KUNST IN DER ERLEBNISPÄDAGOGIK


Zeichnung eines Mädchens: Balancieren auf dem Seil.

Bäume sind nicht immer grün, Äpfel sind nicht immer rot.


Die Wahrnehmung unserer Umwelt ist eng mit dem Einsatz unserer Sinne, unserer Phantasie, Vorstellungswelt und Erinnerung und damit unserem persönlichen Erleben verbunden. So werden uns manche Eindrücke ein Leben lang begleiten. Anderes dagegen berührt uns kaum. Wer kennt es nicht, das Bedürfnis, sprühend und glühend etwas eben Erlebtes, etwas besonders Eindrückliches mitteilen zu wollen, und es fehlen einfach die richtigen Worte. Wir suchen nach einer Beschreibung für unser Gefühl und unsere Erinnerung, um die ureigenen Bilder in eine verständliche Form und damit in eine Übersetzung zu bringen.



Künstlerisches Arbeiten ist ein möglicher Weg, diesen Bildern eine Gestalt zu geben. Anders, als es uns mit Worten möglich ist. Über den Einsatz und den »Umweg« einer bildnerischen Sprache im Rahmen erlebnispädagogischer Angebote (Stadt/Mittel- und Hochgebirge während aller Jahreszeiten) können neue Worte für Erlebtes erfunden, Vergleiche angestellt, Verbindungen geknüpft werden. Über das sehende Beschreiben verstehen wir uns gegenseitig neu und umfassender, als es uns mit einer Beschränkung auf das gesprochene Wort möglich wäre. Die Angebote verbinden erlebnispädagogische Strategien mit künstlerischem Denken und Handeln. Zusätzlich beinhaltet der Fortbildungsbereich die theoretische Aufbereitung der Themen: Wie können Erlebnis und Kunst in eine Verbindung gebracht werden? Welche geschichtlichen Zusammenhänge und Parallelen bestehen zwischen der Erlebnis und der Kunstpädagogik? Wie kann das »Sprechen« in und mit Bildern vermittelt werden?

GEHEN. Ein Beitrag entstanden während einer Fortbildungsveranstaltung
für Jugendleiterinnen des Bund Naturschutz, Regensburg, 2005.